Detailaufnahme einer Industriearmatur

Coaxialventile für die Prozesstechnik — Auswahl mit Anwendungsberatung

Coaxialventile für die Prozesstechnik — elektromagnetisch direktgesteuert oder pneumatisch druckgesteuert, als 2/2- und 3/2-Wegeventil, in Aluminium, Edelstahl, Messing, Messing vernickelt oder Stahl. Welches Coaxialventil in Ihrer Anlage zuverlässig schaltet, hängt von Medium, Temperatur Viskosität, benötigtem Durchfluss, Umgebungstemperatur und geforderten Zulassungen ab. Als herstellerunabhängiger Beratungspartner für Industriearmaturen gehen wir das mit Ihnen am Telefon durch und zeigen aus dem Sortiment, was wirklich passt.

Fragen zu unseren Coaxialventile? Unser Experten-Team berät Sie gerne!

Ihr gewünschtes Coaxialventil ist nicht dabei? Rufen Sie uns an — wir prüfen Sortimentsbestand und Sonderausführungen

Welches Coaxialventil passt zu Ihrer Anwendung? — Auswahlguide in 6 Fragen

Sechs Fragen führen Sie strukturiert von der Aufgabe bis zur geforderten Zulassung.

 

1. Welche Aufgabe hat das Ventil?

Schalten (Auf/Zu): Standardaufgabe. Durch die axiale Bewegung besonders kurze Schaltzeiten, vergleichbar mit Magnetventilen.

Sicherheitsabsperrung: mit Federrückstellung schließt (oder öffnet, auf Wunsch) das Ventil bei Ausfall der Steuerenergie automatisch.

Schalten schmutzunempfindlicher, hochviskoser Medien: die eigentliche Stärke des Coaxialventils gegenüber Magnet- und druckgesteuerten Sitzventilen — siehe nächster Abschnitt.

 

2. Welches Medium fließt durch?

Coaxialventile sind die robuste Wahl bei gallertartigen, pastenförmigen, hochviskosen oder verschmutzten Medien — die axiale Bewegung des innenliegenden Rohrs ist deutlich schmutzunempfindlicher als ein herkömmlicher Ventilsitz. Werkstoffwahl nach Medium: Edelstahl für korrosive und aggressive Medien, Stahl für klassische Industrieanwendungen, Messing oder Messing vernickelt für neutrale Medien und kleinere Baugrößen (vernickelt bei leicht erhöhten Korrosionsanforderungen), Aluminium für Standardanwendungen mit Fokus auf geringes Gewicht.

 

3. Welche Druck- und Temperaturbedingungen herrschen?

Coaxialventile erreichen Betriebsdrücke bis 100 bar, in Hochdruckausführung bis 400 bar — eine Mindestdruckdifferenz zwischen Eingang und Ausgang ist nicht erforderlich, die Ventile sind gegendruckdicht und auf Wunsch wechselseitig durchströmbar. Die Mediumtemperatur reicht typisch von −40 °C bis +160 °C.

 

4. Welcher Anschluss und welche Wege-Konfiguration?

Muffe (Innengewinde): kompakt, von G 1/4 bis G2, Standard für kleinere Baugrößen.

Flansch: nach EN 1092, PN16 / PN40 / PN100, für größere Nennweiten (DN12 bis DN80) und Anlagen, in denen das Ventil ohne Eingriff in die Rohrleitung tauschbar sein soll.

2/2-Wege: Standard für Auf/Zu.

3/2-Wege: Umschalten zwischen zwei Wegen.

 

5. Direktgesteuert (elektromagnetisch) oder druckgesteuert (pneumatisch)?

Elektromagnetisch (direktgesteuert): schaltet über eine Magnetspule, benötigt keine Steuerluft — einfachste Lösung, wenn elektrische Versorgung ohnehin vorhanden ist. Die Spule begrenzt Umgebungstemperatur und Schutzart (IP65 nach DIN EN 60529).

Pneumatisch druckgesteuert: ein 3/2 oder 5/2 -Wege-Pilotventil schaltet die Steuerluft, die das innenliegende Rohr bewegt. Steuerdruck typisch 4–10 bar, Schaltgeschwindigkeit über Drossel stufenlos einstellbar

 

6. Welche Normen und Zulassungen gelten?

  • ATEX: explosionsgefährdete Bereiche (z.B. EX II 2G EEX me II T4 und II D IP65 T130 °C, PTB-Zulassung)
  • TÜV: Baumusterprüfung für sicherheitsrelevante Schaltungen
  • DVGW: Trinkwasser und Gas
  • ZG 3.1: Werkstoffabnahmezeugnis nach EN 10204
  • PED / DGRL 2014/68/EU: Druckgeräterichtlinie, je nach Druckstufe relevant 

 

Wenn Sie eine Anlage in einem Ex-Bereich planen oder eine spezifische Werkstoffabnahme brauchen, prüfen wir mit Ihnen die passende Konfiguration aus Hauptventil und, bei druckgesteuerten Ausführungen, Pilotventil.

Sie sind unsicher, welche Zulassung Ihre Anlage braucht? → Datenblatt-Anforderungen schicken, wir melden uns kurzfristig zurück

Sie brauchen mehr als nur das Ventil?

Wir bauen auch die komplette prozesstechnische Baugruppe drumherum — als Spezialist für Systemarmaturen und prozesstechnische Baugruppen. Konstruktion, Schweißtechnik und Montage in einem Haus, ein Ansprechpartner, eine Gewährleistung.

 

  • Prozesstechnische Baugruppen mit Peripherie: Dosier-Set, Abfüllstation, Steuerluft-Aufbereitung — das Coaxialventil als eine Komponente, drumherum die komplette Funktion mit Pilotventil, Verrohrung, Stellungsrückmeldung und Rahmen.
  • Modulblöcke mit mehreren Coaxialventilen: mehrere Ventile, z.B. als 8-fach-Block, in einer kompakten Einheit — abgestimmt auf Kv-Bedarf, Medium und Einbausituation.
  • Sonderausführung am Ventil selbst: Sonder-Werkstoffe, chemisch vernickelte Ausführung, Vakuumausführung, angepasste Steuerdrücke oder Schließdämpfung.

 

Schweißfachbetrieb nach DIN EN ISO 3834-3, Fertigungskontrolle nach DGRL 2014/68/EU. Über 35 Jahre Projekt-Praxis in der Prozesstechnik.

 

 

Warum MIT?

 

Geführte Auswahl statt anonymer Shop

Sie rufen an, beschreiben Ihre Anwendung — und sprechen mit einem Anwendungstechniker, der die Auswahl-Logik kennt. Erstberatung kostenlos und unverbindlich, herstellerunabhängig und ohne Vorab-Konfigurations-Klick.

 

Erfahrung aus über 35 Jahren Projekt-Praxis

In über 35 Jahren Engineering-Projekten haben wir gesehen, wie sich Steuerluft unter Realbedingungen verhält, welche Pilotventile sich in Ex-Bereichen bewähren und welche Sitzwerkstoffe bei viskosen Medien wie lange halten. Diese Erfahrung fließt in jede Auswahl-Empfehlung ein — Sie bekommen mehr als nur einen Datenblatt-Vergleich.

 

Brücke zur Systemlösung

Wenn das Standardprodukt nicht passt, bauen wir die Anpassung — vom modifizierten Sitzwerkstoff bis zur kompletten Baugruppe. Sie haben einen Ansprechpartner für Standard und Sonderlösung, statt zwei Lieferanten zu suchen.

FAQ- Häufige Fragen zu Coaxialventilen

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