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Auslegen von Magnetventilen – was muss ich wissen?

Magnetventile auslegen – aber richtig! Damit Magnetventile ideal auf eine Produktion und Anforderungen angepasst werden können, benötigt man verschiedene Informationen. Welchen Einfluss hat das Medium auf den Ventilwerkstoff? Warum ist die Temperatur ein essenzieller Faktor? Und welche Besonderheiten hat ein Ventil mit Explosionsschutz?

 

 

Häufig erreichen uns Fragen, welche Parameter für das Auslegen von Magnetventile wichtig sind.
Hier haben wir alle Antworten auf einen Blick! 

Um die Ventile ideal an Ihre Produktion und Anforderungen anzupassen,  benötigen wir verschiedene Angaben über den Einsatzbereich des Ventils: 

  1. Medium 

  2. Genauer Druckbereich 

  3. Medium- und Umgebungstemperatur 

  4. Spannung 

  5. Explosionsschutz + Ex Zone 

 

1. Medium- Welches Durchflussmedium soll durch das Ventil transportiert werden?  
Die Art des Ventils wird durch chemische und physikalische Eigenschaften des Fluids beeinflusst. Für  den Transport besonders aggressive oder abrasiver Flüssigkeiten benötigt ein Ventil andere Eigenschaften als beispielsweise für Wasser. Ziel ist, Oxidation, Versprödung und Spannungsrisse zu vermeiden. Temperatur, Viskosität und Aggregatzustand müssen daher genau angegeben werden, um den Werkstoff des Ventils zu ermitteln. 

2. Genauer Druckbereich - Welcher Mindest- und höchstdruck ist für die Anwendung des Ventils erforderlich? 
Hierfür muss zu Einen der Betriebsdruck, also der optimale Druck bei Normalbetrieb ermittelt werden. Der Maximaldruck, bei dem das Ventil ohne Fehler funktioniert, sollte nicht überschritten werden. Auch ständiges Ausreizen bis zum Maximaldruck kann durch zu hohe Belastung zu vorzeitigem Verschleiß führen. Um hohe Druckdifferenzen zu vermeiden, die im schlimmsten Fall zum Ausfall des Ventils führen können, sollte ein Mindestdruck ebenfalls nicht unterschritten werden. 

3. Medium- und Umgebungstemperatur - Welche Temperaturen sind bei Medium und Umgebung zu erwarten? 
Temperatur ist im Bereich Magnetventile ein essenzieller Faktor. Die Temperatur des Mediums beeinfluss die Wahl des Ventilwerkstoffes und wirkt sich etwa auf die Viskosität oder Durchfluss der Flüssigkeit aus.  Werkstoffe müssen so gewählt werden, dass die den Temperaturanforderungen der Anwendung standhalten. 
Die Umgebungstemperatur hat direkten Einfluss auf die verwendeten Materialien. Die zulässige Temperatur ist in der Regel von den Dichtmaterialen abhängig. Aber auch die Relaxion von Federn oder das Durchbrennen von Spulen bei hohen Temperaturen sind zu beachtende Faktoren. 

4. Spannung - In welcher Anschlussspannung wird der Magnet betrieben? 
Die Spule wird elektrisch angesteuert, wenn das Ventil „öffnen“ soll. Der im Ventil vorhandene Magnet kann in Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) betrieben werden. Dabei richtet sich die Auslegung immer nach den Daten, die der Anwender vorgibt bzw. zur Verfügung stellt. Es gibt zwar technische Unterschiede, aber keine signifikanten Vorteile für eine der beiden Anschlussspannungen (AC oder DC).  
WICHTIG: Bei der Auslegung von Magentventilen muss immer vorher bekannt sein, mit welchem Anschluss das Ventil später betrieben wird, da die Spulen unterschiedlich gewickelt werden.  

5. Explosionsschutz (Ex Schutz) genaue Ex Zone (Atex) - In welcher Atex-Zone soll das Ventil eingesetzt werden? 
Atex (Atmospheres Explosible) bezeichnet besonders gefährdete Arbeitsbereiche. Ventile mit Ex Schutz können in solchen explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden und eine sichere Automatisierung gewährleisten. Die spezielle Konstruktion dieser Ventile wird in einer Richtlinie vorgeschrieben. Dies beinhaltet verschiedene Zündschutzarten, wie beispielsweise eine druckfeste Kapselung oder funkengeschützte Betriebsmittel.  Welche Zone vorliegt, hängt vom Produktionsumfeld ab. Die Zonen 1 und 2 beschreiben explosionsfähige Atmosphären aus einer brennbaren Mischung aus Luft und Gasen, Nebel oder Dampf aus - die Zonen 21 und 22 wiederum aus brennbarem Staub in der Luft.